Was Powerpoint-Präsentationen und Frankfurter Würstel gemeinsam haben, nebst einem interessanten Präsentationsbeispiel

Im Frühjahr 2005 feierten die Frankfurter Würstel ihren 200sten Geburtstag. Im Jahre 1805 hat ein Wiener Fleischhauer (Metzger) diese neuen Würste erfunden und sie nach Frankfurt, jener Stadt benannt, in der er seine Lehre absolviert hatte. In Wien heißen sie Frankfurter, in den meisten anderen Teilen der Welt werden sie Wiener genannt.

Was haben die Würstel mit Powerpointpräsentationen zu tun?

Nun, es gibt den Umgang mit dem Inhalt, der beiden gemeinsam ist! Denn wie bei der Wurst das Brät in einen langen Darmschlauch gefüllt wird, der später zu handlichen Formen geteilt wird, kommen die Powerpoint-Inhalte in eine lange Reihe von Powerpointfolien - hintereinandergestopft wie der Wurstinhalt im Darmschlauch. Eine sieht einheitsbreiig aus wie die andere: gleicher Hintergrund, ähnlich aussehende Texte.

Gewöhnlich dient die Gliederung eines Vortrags dazu, dem Publikum das Verständnis zu erleichtern. Sie hilft, die Inhalte in ein Wissensraster einzuordnen und damit sich zu orientieren. Die Powerpointfolien sind jedoch sequenziell angeordnet eben hintereinander. Da ist es schwer, die Gliederung im Kopf zu behalten. Denn meist steht die Gliederung auf der Anfangsfolie und verschwindet daraufhin. Kann Ihr Publikum sich das merken? Sehr schwer. Deshalb rate ich Ihnen:

1. Die Gliederung und die Hauptpunkte sollten sich deutlich von den anderen Folien abheben. Beispiel: Verändern Sie den Folienhintergrund. z.B. eine schmucklose blaue Fläche. Bringen Sie am Anfang eine Übersicht über die Hauptpunkte: blauer Hintergrund. Jeder Hauptpunkt bekommt eine eigene Folie - mit blauem Hintergrund. Der gleich blaue Hintergrund signalisiert: Hoppla, da kommt der nächste wichtige Punkt!

2. Schreiben Sie Ihre Hauptpunkte zusätzlich auf ein anderes Medium, z.B. eine Flipchart. Dann können Sie auch immer mal hingehen und daraufzeigen. Gerade eine Übersicht sollte räumlich und immer wieder visuell erfahrbar sein.

3. Häufig verwenden gute Redner einprägsame Bilder ohne Text für Ihre Gliederung, um eine Art Leitfaden vorzugeben, zu dem sie frei sprechen.

Lassen Sie sich von folgendem Beispiel inspirieren:

Der Brasilianer Icaro Doria, gerade erst 25, entwickelte für die portugiesische Zeitschrift Grande Reportagem das Konzept „Meet the world“ (Treffe die Welt), um zu zeigen, dass diese Zeitschrift über die Probleme der Welt schonungslos berichtet. Seine Idee war es, den Länderfahnen neue Bedeutungen zu geben.

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Amerika: die geteilten Meinungen zum Irak-Krieg
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Afrika: Gewalt gegen Frauen
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Brasilien: soziale Ungleichheit
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Kolumbien: Drogenhandel
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Angola: Aids und Malaria
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China: Kinderarbeit
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Europa: Energieverbrauch
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Burkina Faso: Kindersterblichkeit


Viel Erfolg!
Ihre



Vortrags-SOS® Newsletter #15, Mai 2005
Verwendung frei unter Quellenangabe www.fleurwoess.com

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